Beitrags-Archiv für die Kategory 'Worpswede'

En plein air et en plein soleil in Worpswede

Donnerstag, 12. Mai 2011 17:04

Nein, keine Angst, wir fangen jetzt nicht auch noch mit Französisch an, wo unsere Sprache doch schon mit Anglizismen durchsetzt ist. Aber bei der Eröffnung der gleichnamigen, ungewöhnlichen Ausstellung erläuterte uns Frau Dr. Birgit Nachtwey Herkunft und Bedeutung dieses Begriffes. Vor der Terrasse des Barkenhoffs hatte sich eine recht ansehnliche Schar von Kunstinteressierten – vor allem Worpsweder, man begrüßte und herzte sich massenhaft – eingefunden, um den erklärenden Worten zunächst unseres Bürgermeisters Stefan Schwenke und dann denen der eben genannten Kunsthistorikerin zu lauschen.

Eröffnung en plein air

Sommertag mit Strohhüten


Außerhalb Worpswedes geht das Gerücht, durch Umbaumaßnahmen und Sanierungen sei das Künstlerdorf weitgehend “geschlossen”. Dieser Eindruck hält viele von einem Besuch ab, was schon an deutlich zurückgehenden Gästezahlen festzustellen ist. Daher entwickelte sich die Idee, Kunst aus den Museen in die Öffentlichkeit, unter freien Himmel, en plein air zu bringen. Damit soll deutlich gemacht werden, dass Worpswedes Kunstschatz nach wie vor zugänglich ist. Gleichzeitig kann so auf beeindruckende Weise gezeigt werden, an welchen Orten die Bilder entstanden sind. Ganz so einmalig in Europa, wie es Bürgermeister Schwenke euphorisch darstellte, ist die Idee, Kunst auf großformatigen Stellwänden in die Landschaft und “auf die Straße” zu bringen, allerdings nicht. Aber es ist schon ein geschickter Marketingeinfall, die Spaziergänger über die großformatigen Drucke auf LKW-Plane auf die Originale neugierig zu machen.

Den Begriff “en plein air” beschrieb Frau Dr. Nachtwey als eine Bezeichnung aus der Kunstgeschichte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verließen immer mehr Künstler ihre Ateliers, um unmittelbar nach der Natur zu malen, ihre Stimmungen einzufangen und sich vom idealisierten Naturbild zu lösen. Plötzlich gab es den Sonnenuntergang, der auch die Landschaft rot bis violett einfärbte, Flächen lösten sich auf in ihre Farbbestandteile und der Mensch in der Natur spielte eine Rolle. Vorreiter dieser Entwicklung war die “Schule von Barbizon” mit bedeutenden Malern wie Jean-Baptiste Camille Corot, Charles-François Daubigny, Théodore Rousseau und Jean-François Millet.

Frau Dr.Birgit Nachtwey


Nachdem Dr. Birgit Nachtwey allen an der Umsetzung der Idee Beteiligten gedankt hatte, forderte sie die Besucher auf, sich einmal um die eigene Achse zu drehen, denn dort wolle sich jemand in Erinnerung bringen. Und tatsächlich saß Heinrich Vogeler höchstpersönlich in der kleinen Laube am anderen Ende des Gartens. In eindrucksvoll von Oliver Peuker (cosmos factory) vorgetragenen Worten beschwor Vogeler die Liebe zu seiner Frau und zu seinem Barkenhoff.

Oliver Peuker als Heinrich Vogeler


Bis zum 3. Oktober werden die Großplakate an 30 Stationen in Worpswede zu sehen sein und zum entsprechenden Museumsbesuch anregen. Die Werke von Overbeck, Vogeler, aber auch aktuellen Künstlern wie Frauke Migge, Heini Linkshänder und anderen werden auf den Lkw-Planen nicht nur wetterfest sein, sondern durch die Verarbeitung zu Taschen ein langes Leben geschenkt bekommen. Informationen dazu gibt es in der Touristen-Info und im Internet unter www.worpswede.de.

Thema: Allgemein, Ausstellungen, Kunst und Kultur, Worpswede | Kommentare (0) | Autor: Dietmar

Worpsweder Kunsthandwerk präsentiert sich

Freitag, 22. Oktober 2010 18:34

Genau vier Wochen vor dem beliebten, alljährlichen Kunsthandwerkermarkt im Worpsweder Rathaus haben einige der Teilnehmer eine Präsentation in der Worpsweder Touristen-Information im Bremer Schnoor gestaltet. Ingrid Ripke-Bolinius (Keramik), Christel Schäfer-Pieper (Keramik), Rainer Staudenmaier (Schmuck), Brigitta Fuchs (Textil), Regina Blome-Weichert (Schmuck) und andere haben die Räumlichkeiten genutzt, um auf Podesten und Vitrinen einige ihrer Werkstücke auszustellen. Interessant gestaltete Fotocollagen an den Wänden stellen Worpsweder Landschaften vor, in die Regina Blome-Weichert jeweils passende Gewerke integriert hat.

Schmuck von Regina Blome-Weichert

Bei gutem Wetter lohnt sich auch das Verweilen vor dem Schaufenster, denn dort läuft eine Fotopräsentation mit überwiegend winterlichen Motiven aus dem Künstlerdorf. Dazwischen werden immer wieder Kunsthandwerker mit und während ihrer Arbeit vorgestellt.

Schmuck von Rainer Staudenmaier

Keramik von Christel Schäfer-Pieper

Keramik von Ingrid Ripke-Bolinius

Schmuck von Regina Blome-Weichert

Auf dem Weg aus dem Viertel oder aus der Theatergarage in die Innenstadt lohnt sich also der kleine Abstecher hinein in die Marterburg.


Thema: Allgemein, Ausstellungen, Kunst und Kultur, Worpswede | Kommentare (0) | Autor: Dietmar

Wir waren im Fernsehen

Donnerstag, 23. September 2010 19:17

Es scheint, als sei die Präsenz im Fernsehen das höchste Lebensziel eines Großteils der Deutschen. Während einige von uns nur auch mal “drin” sein wollen, verfolgen andere Mitbürger allerdings konkretere Ziele: Werbung für unsere Gemeinde (prima!), Werbung für Torfkahnfahrten (darf sein), Werbung für einen Torf-Likör (Schleichwerbung!).
Wenn das Fernsehen, in diesem Fall der NDR am 17. September 2010, ins Dorf kommt, herrscht helle Aufregung. Eine Örtlichkeit wird gesucht, interessante Mitmenschen sollen sich präsentieren, Musik muss auch sein, Typisches aus dem Dorf sowieso. Um den Kameras des NDR genug Motive zu bieten, fanden sich also einige Gruppen gegen Mittag gegenüber vom Rathaus ein – die Torfschiffer, die “Rüstigen Rentner”, die MusicHall-Macher, die Worpsweder Kunsthandwerker, Jens Kommerau mit einer Herdplatte, Eva Brexendorf mit einer Staffelei, diverse Musiker, der Brinkhof mit absolut leckeren Torten, ein Getränkestand, die Hamme-Hütte mit scharfen Bratwürsten. Dazu sah man selbstverständlich unseren Bürgermeister Schwenke und seinen Finanzchef Herrn Lebedinzew im Gespräch mit den leider nicht sehr zahlreich anwesenden Bürgern. Eine Live-Sendung aus Worpswede war angekündigt worden. Insgesamt gab es – abgesehen vom Vor- und Nachspann – am Nachmittag drei Liveschaltungen und am frühen Abend noch einmal kurze Einblicke in das kalte und teilweise nasse Treiben auf dem Platz. Die rüstigen Rentner wurden ebenso wie die MusicHall und die Kunsthandwerker/innen – die sich sehr aufwändig präsentiert hatten – leider nicht oder nur mit sehr kurzen Einblendungen berücksichtigt. Schade. Gerade die Rentner mit ihrer nachahmenswerten Initiative hätten es verdient gehabt.
Immerhin: Wir erfuhren, wie Herr Kommerau Knipp als Vorspeise zubereitet (werden wir sicher nachmachen!), wie man ein Torfschifferdiplom erwerben kann, dass es einen Likör in Worpswede gibt (Übrigens – diesen Likör erwähnen wir gern auch einmal in unserem Blog sehr positiv, müssten vorher allerdings die Gelegenheit erhalten, ihn ausgiebig und langfristig zu testen) und wie die 16 Mio Euro aus dem Masterplan verwendet werden.
In der NDR-Mediathek kann man die Sendung noch sehen. Als Suchwort geben Sie bitte Worpswede ein, denn einen direkten Link gibt es leider nicht.


Es gibt doch direkte Links, wie unser Besucher Karsten Schöpfer meldet. Bitte unter Kommentare nachsehen!


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Alle Vögel sind schon da…

Mittwoch, 21. Oktober 2009 18:38

…nur leider nicht die Frühlingsboten, sondern die Überwinterer. In den Hammewiesen rund um das breite Wasser haben Wildgänse – in der Hauptsache Brandgänse und Nonnengänse – ihr geschütztes Quartier gefunden. Es ist ja immer wieder ein besonderes Schauspiel, die doch recht großen Wasservögel im Schwarm anfliegen zu sehen und ihre teilweise ungeschickten Landungen auf dem Wasser mit zu erleben. Und wenn es nicht zu kalt oder feucht ist, kann man bei diesem Schauspiel wunderbar entspannen.

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Letzte Ausstellung in der Galerie Bernack

Mittwoch, 21. Oktober 2009 17:47

Mit einer Retrospektive eines anerkannten Künstlerpaares beendet der Galerist Lothar Bernack seine erfolgreiche Tätigkeit in der Alten Molkerei. Die in Design und handwerklicher Ausführung herausragenden Keramiken von Dorothee Colberg-Tjadens (1923-2004) und die unverändert modernen Skulpturen von Günter Colberg (1927 – 1980) haben in den Räumen der Galerie Bernack einen würdigen Rahmen gefunden. Bürgermeister Stefan Schwenke bezog sich in seiner Laudatio einerseits auf die Künstler, würdigte aber natürlich besonders das Engagement von Lothar Bernack, der nach der Übernahme der Galerie “Bollhagen” in wirkliche große Fußtapfen getreten ist, seiner Vorgängerin aber mit etlichen auch überregional beachteten Ausstellungen durchaus das Wasser reichen konnte.
Wir sind gespannt, wie es mit der Alten Molkerei, insbesondere mit den wunderschönen Galerieräumen weitergeht und wünschen Lothar Bernack alles Gute für seine weiteren privaten Pläne – denn das ist sicher, er wird nur noch “Privatier” sein.

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Kürbis, Knipp und Räucherfisch

Freitag, 18. September 2009 18:42

Bauernmarkt in WorpswedeWelcher Duft ging von unserem herbstlichen Bauernmarkt aus, und wie prächtig leuchteten Kürbis und Co im strahlenden Sonnenschein des sonntäglichen Bauernmarktes!

Man traf Nachbarn, Freunde, Touristen und schlenderte zwischen den widersprüchlichsten Düften umher. Honig, gegenüber Knipp, nur wenige Meter weiter ein Räucherofen mit Fisch, Kaffeeduftfahnen überall.

Allein die Vielfalt an Kürbissen lohnte den Gang über den Markt, der durch eine Tombola mit sehr amüsanter Präsentation der Gewinner bereichert wurde.

Worpswede ist eben doch ein Dorf, ein schönes!


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Gute Ernte – prima Erntewagen

Freitag, 18. September 2009 18:37

Erntefest 2009 in Worpswede

Unsere Besucher aus dem fernen Stuhr-Heiligenrode waren schwer beeindruckt von unserem Ernteumzug – wir diesmal auch, denn es gab wirklich fantasievolle Wagen, von PS-starken Monstertreckern oder knatternden und stotternden Oldtimern gezogen. Gewonnen hat in diesem Jahr die “Kuhgruppe” mit ihren
Worpsweder Ernteumzug 2009 äußerst geschmackvollen und realistischen Kuh-Kostümen. Das technisch hochgerüstete Flugzeug fanden wir allerdings auch sehr gelungen, nicht nur was die Gestaltung anging, sondern auch die über Hydraulik gesteuerten Flugeigenschaften. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Selbst die Wagen, die nur der ungehemmten Aufnahme von Alkohol durch zumeist sehr jugendliche Mitfahrer/innen dienten, waren in diesem Jahr aufwändiger und ansprechender geschmückt.

Nach wie vor vermissen wir die Wagen von Barnstorff und Gerdes schmerzlich! Die Älteren werden sich an das Back- und Naschwerk erinnern, das auf dem Weyerberg wie von Hänsel und Gretels Hexenhäuschen abgepflückt werden durfte. Ihr Bäcker, ihr habt doch so stolze Preise – besonders in Worpswede – und da ist kein Erntewagen mehr drin?


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Meine erste Gemeinderatssitzung

Donnerstag, 10. September 2009 19:34

Zu den tausend Dingen, die du in deinem Leben unbedingt tun solltest, gehört es, mindestens einmal an einer Sitzung des Gemeinderates oder einer anderen politischen Institution teilgenommen zu haben. Natürlich kann man es sich auch zur Pflicht oder gar angenehmen Gewohnheit machen, an jeder öffentlichen Sitzung teilzunehmen. Aber wer einmal als Zuschauer und -hörer dabei war, wird sich vermutlich nur schwer zum Dauergast entwickeln.
In “meiner” Sitzung ging es unter anderem um die Architektenausschreibung zur Sanierung der Bergstraße, um die Bauleitplanung 74 – Osterweder Straße 6, die Aussetzung der Fremdenverkehrsabgabe und den Masterplan, präzise den Umabu des Philine-Vogeler-Hauses. Wie im Parlament in Berlin saßen die Fraktionen säuberlich durch den großen Konferenztisch getrennt in der Ratsdiele. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung und bat nach Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung die anwesenden Zuhörer/innen um Wortmeldungen in der “Bürgerfragestunde”. Unsere Nachbarn, die von dem o.ä. Bebauungsplan betroffen sind, waren nicht schnell genug, denn der Vorsitzende stellte nach einem kurzen Blick in die Runde fest:”Keine Fragen.”
Nach dem obligatorischen Bericht der Verwaltung kam bei der Abstimmung über die Ausschreibung des Architektenwettbewerbs Leben in die Diele, zumindest bei der UWG und einigen Vertretern der SPD. Die Ratsmitglieder sollten nämlich über eine ausführliche Fassung der Ausschreibung abstimmen, hatten selbst aber nur eine Kurzfassung vorliegen. Die überwiegende Teil der Ratsdamen und -herren, bevorzugt aus der CDU, hatte kein Problem damit, einer Vorlage zuzustimmen, die sie im Wortlaut gar nicht kannten. Der Herr Vorsitzende meinte sogar, er sei sicher, dass die meisten der Anwesenden 80 Prozent der Langfassung ohnehin nicht verstehen würden! An diesem Punkt zuckten mehrere Zuschauer zusammen und fragten sich verwirrt: “Sollten die nicht doch verstehen, worüber sie abstimmen?”
Die Vorschläge zur Lösung des Dilemmas häuften sich, es wurde vom Vertrauen gegenüber der Verwaltung gesprochen, die Verwaltung warnte vor einer Verzögerung der Ausschreibung, man könne per Protokoll die Kurzfassung verabschieden und die Langfassung dem Ausschuss vorlegen usw. Immerhin, man einige sich und stimmte ab.
Zur Bauleitplanung Osterweder Straße 6 gab es Erläuterungen der Verwaltung, die nicht so ganz mit den Erfahrungen und Erinnerungen der Anlieger überein gingen. Es gab keinerlei Einwände – na sowas, dachten unsere Nachbarn, wir waren doch im Rathaus und haben deutlich unsere Einwände kund getan! – und somit konnte die Planung mit einer Enthaltung angenommen werden. In der zweiten Fragestunde wurde dem Anwohner, der sein Anliegen vortrug, klar gemacht, dass es nun zu spät dafür sei und mündliche Einwände keinerlei Relevanz hätten.
Einige der Ratsherren wurden etwas munterer, als es um die Reinigung der Straßenränder und die Straßenbeleuchtung ging.
Nun, der unbedarfte und einigermaßen unvoreingenommene Gast verlässt die Sitzung mit einem zweispältigen Gefühl: Einerseits: Stramme Leistung der Damen und Herren, nach ihrem Berufsalltag noch drei Stunden auf der Ratsdiele auszuhalten und sich der Entwicklung unseres Dorfes zu widmen. Andererseits: Die Fraktionen sind festgezurrt wie im Bundestag. Eine offene Diskussion, die zu reinen Sachentscheidungen unabhängig von der Parteizugehörigkeit führen könnte, hat der Besucher vermisst. Er hat den Eindruck bestätigt bekommen, dass die Parteidisziplin über jeglicher Sachkompetenz steht, und das bereits auf Gemeindeebene.
Ob es das ist, was uns alle so politikmüde macht?

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Worpsweder Vertretung in Bremen

Mittwoch, 19. August 2009 15:59

Worpsweder Vertretung in BremenFür Worpswede-Besucher gibt es seit dem 13. August eine neue Adresse in Bremen – das “Schaufenster Worpswede” in der Marterburg 1-2 im beliebten und belebten Schnoor. Mit einer kleinen Feier, zu der Kunstschaffende, Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens eingeladen waren, wurden die frisch gestalteten Räumlichkeiten in der Hansestadt von Bürgermeister Schwenke eröffnet. Stefan Schwenke, gleichzeitig auch Geschäftsführer der Worpsweder Touristik- und Marketing GmbH, betonte den großen Nutzen dieser neuen Einrichtung für das Künstlerdorf. Über die vielen Tagestouristen hinaus könnten durch kompetente Beratung sicher noch mehr Bremer oder Gäste der Stadt für Worpswede interessiert und zu einem mehrtägigen Besuch verlockt werden.

Das Bremer Kartenkontor teilt sich die Räume mit der WTG, was bestimmt zu sehr vorteilhaften Verknüpfungen der beiden Bereiche führen wird. Neben den bremischen Veranstaltungen werden selbstverständlich auch Konzerte und andere Events in Worpswede beworben und Karten dazu angeboten.

Das “Schaufenster Worpswede” ist montags bis freitags von 10 Uhr bis 18 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 14 Uhr geöffnet. Eine telefonische Beratung ist unter der Nummer 0421 – 696 24 00 möglich.

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Open-Air-Galerie 2009 oder “Wo ist denn da die Kunst???”

Montag, 10. August 2009 15:33

Open-Air-Galerie 2009

Zunächst müssen wir den Organisatorinnen und Organisatoren der diesjährigen Open-Air-Galerie ein ernst gemeintes dickes Lob aussprechen. Die Veranstaltung war sehr gut vorbereitet, ausgezeichnet vorab publiziert und beworben und bestens organisiert. Wer mit dem Anspruch nach Worpswede kam, einen netten Tag mit einem breiten Speise- und Getränkeangebot, Musik und Aktionen zu verleben, kam auf seine Kosten. Immerhin spielte das Wetter entgegen aller Vorhersagen ja auch freundlich mit. Wer dann noch nach einem einigermaßen preiswerten Mitbringsel Ausschau hielt, fand an diversen Ständen eine große Auswahl an Schnickschnack, vom Kinderspielzeug bis zu Werder-Fotos, von Seife bis zu Seidenblumengestecken. So weit, so gut, die Bergstraße war zum Kajenmarkt mit Hobbykunst, Kitsch und Ramsch umfunktioniert, man traf Freunde und Nachbarn zum Klönen, dazwischen euch mal das eine oder andere gute Kunstobjekt.

Open-Air-Galerie 2009

Man sah aber auch zunehmend ratlose Gesichter, Worpswede-Besucher, die angesichts der teilweise angebotenen Scheußlichkeiten den Kopf schüttelten und hilflos nach der erwarteten “Kunst” suchten. Denn es soll ja tatsächlich noch Menschen geben, die wegen der Kunst – sogar wegen aktueller Kunst! – in unser schönes Weltdorf kommen und auch richtig Geld ausgeben möchten. Also auf in Richtung Kunstschau! Mit ihrer Landt-Art an Wäscheleinen bot die Familie Landt einen gelungenen Übergang von den teilweise grellbunten Klatsch- und Spachtelbildern hin zur ernst zu nehmenden, professionellen Kunst.

Open-Air-Galerie 2009

Der BBK Worpswede präsentierte sich leider mit einer viel zu kleinen Auswahl. Was da oben Niki St.Phalle Plagiate zu suchen hatten (die Künstler mussten sich bewerben, hätten also auch abgelehnt werden können!) bleibt ein Rätsel, ebenso wie der künstlerische Wert der tönernen Comic-Figuren.

Karin König mit ihren großformatigen Seidenkunstwerken und Chia Raissa Gildemeister mit ihren Installationen und Bildern brachten Niveau in den Open-Air-Galerie 2009Park vor der Kunstschau, stellten aber nur einen Bruchteil der aktuellen Worpsweder Kunstszene dar. Wo waren die anderen? Wo waren die Stipendiaten, die sich bei einer “Open-Air-Galerie” einem sehr großen Publikum präsentieren könnten? Die Reaktionen der befragten Künstler waren ziemlich eindeutig. Die Veranstaltung ist in Ordnung, nennt sie Sommerfest oder Bergfest oder Krammarkt, aber meine Kunst stelle ich in diesem Umfeld nicht aus! Wer wollte es ihnen verdenken?

Es war ein schöner Tag, ein sonniger Tag, ein geselliges Ereignis – aber um Himmels Willen keine “Open-Air-Galerie”! Besucher, die mit dieser Erwartung nach Worpswede gekommen sind, werden bitter enttäuscht nach Hause gefahren sein. Wir können nur hoffen, dass es nicht zu viele waren, denn sie kommen vermutlich nie wieder und der Folgeschaden für Worpswede, für andere künstlerische Ereignisse, wäre verheerend.

Thema: Allgemein, Kunst und Kultur, Worpswede | Kommentare (0) | Autor: Dietmar