Kunstpreisauswahl in der Großen Kunstschau

In seinem nunmehr dritten Jahr in Folge kann der Kunstpreis des Landkreises Osterholz als etabliert bezeichnet werden. Zum Thema „Heimat“ gab es sehr unterschiedliche Umsetzungen, von der klassischen Malerei, über Collage, Fotografie bis hin zu Objekten und Plastiken.

Noch bis Ende Januar werden die 15 von der Jury in die Endauswahl genommenen Künstler mit ihren Werken in der Großen Kunstschau im Roselius-Museum präsentiert. Die Besucher haben die Möglichkeit, sich mit einem Fragebogen an der Vergabe des Publikumspreises zu beteiligen.

Kunstpreisauswahl in der Großen Kunstschau

An der Entscheidung über den Kunstpreis können die Besucher der Ausstellung nicht teilhaben, einmal weil dies nicht zum Konzept des Kunstpreises gehört, aber auch weil der Preis bereits an den Worpsweder Fotografen Rüdiger Lubricht für seine Tschernobyl-Serie vergeben wurde. Die eindrucksvollen, menschlich anrührenden Fotos waren schon im vergangenen Jahr in der Kunsthalle Netzel zu sehen. Alte Menschen, die in ihre Heimat rund um das Atomkraftwerk zurückgekehrt sind, wohl wissend, dass ihnen die radioaktive Verseuchung keine Chance lassen wird.

Den Förderpreis , dotiert mit 2.500,-€, bekam ebenfalls ein Fotograf, der 22-jährige Hannes Jung, ein ehemaliger Schüler von Rüdiger Lubricht. Er setzte das Gefühl von Heimat und Geborgenheit mit farbigen Abendaufnahmen von Häusern, Lichtern in den Fenstern und einer wenig anheimelnden, nebeligen Außenwelt gefühlvoll und technisch einwandfrei um – allerdings ein wenig im werbemäßigen Stil der uns allen bekannten Energielieferanten.

Interessant ist in der Ausstellung auch das Tableau von Gabi Tausendpfund. Sie hat – man möchte fast sagen, analog zu ihrem Namen – Fundstücke eines Lebens gut gestaltet zu einem großen Tableau, einer Art Pinwand, arrangiert und setzt damit viele Assoziationen frei, lässt den Betrachter sein eigenes Leben durchdenken und seine Wurzel erkennen.

Chia Raissa Gildemeister, aus Elfenbeinküste stammend, interpretiert den Heimatbegriff sehr persönlich, reflektiert ihre eigene Herkunft und setzt sie mit der Darstellung von Masken abstrahiert um.
Der Grafiker Klaus Oberer hat Porträts seiner Frau mit sehr viel technischem Geschick und gestalterisch gekonnt in „Alte Worpsweder“ integriert.

In seiner Eröffnungsansprache äußerte sich Landrat Dr. Mielke enttäuscht über die imm Vergleich zum vergangenen Jahr geringere Beteiligung an der Ausschreibung und über die Qualität der eingereichten Werke.
Machen Sie sich selbst ein Bild und wählen Sie mit. Der Publikumspreis ist noch einmal mit 1.000€ dotiert und eine wichtige Ehrung für einen der ausgestellten Künstler.

Autor:
Datum: Sonntag, 7. Dezember 2008
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemein, Ausstellungen, Kunst und Kultur, Worpswede

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben