20 Jahre BBK Osterholz in Worpswede

Nun gibt es kein Zurück mehr: Am Sonntag, 7. März, wurde in der Galerie Bernack in der Alten Molkerei die vorerst letzte Ausstellung eröffnet. In seinen einleitenden Worten konnte Lothar Bernack, der schon seit Januar nicht mehr Eigentümer des Gebäudeensembles ist, leider keine Perspektive für die Zukunft beschreiben. Offensichtlich hält sich der neue Eigentümer – Knut Schakinnis, Betreiber der Theaterschiffe Bremen und Lübeck – bedeckt oder er ist noch unentschlossen.

BBK Osterholz

Bürgermeister Stefan Schwenke jedenfalls dankte Herrn Bernack für dessen Engagement, das die dauerhafte Präsentation der Mitglieder des BBK in der Galerie „art99“ möglich machte, nachdem das Alte Rathaus nicht mehr zur Verfügung stand. Natürlich äußerte auch er den Wunsch, dass dieser lebendige Ort zeitgenössischer Kunst den Worpswedern und seinen Künstlern erhalten bleiben möge.
Erhard Kalina als Vorsitzender des BBK dankte Lothar Bernack für dessen großzügige Unterstützung der ansässigen Künstlerinnen und Künstler und wagte keinen rechten Ausblick auf die Zukunft. Für ihn wie die anderen beteiligten Künstler beginnt eine Zeit der Unsicherheit. Nicht nur die Präsentation von Kunst sei immer schwieriger, sondern in digitalen Zeiten zunehmend auch deren rechtlicher Schutz. Die Vorstellungen der Künstler/innen an die Politik heranzutragen, sieht er als eine der wichtigen Aufgaben des BBK.

BBK Osterholz

Die 21 an der Ausstellung beteiligten Künstlerinnen und Künstler repräsentieren eine große Bandbreite an künstlerischen Stilen, an Materialeinsatz und an künstlerischer Qualität. Jedes Mitglied sollte Arbeiten aus seinem Beitrittsjahr und aktuelle Arbeiten auswählen. Erhard Kalina mochte keine seiner Kolleginnen, keinen seiner Kollegen namentlich erwähnen und damit aus der Gruppe herausheben.
Wir dürfen diesen Mut vielleicht haben. Der Kunstprofessor des Autors machte in seinen Veranstaltungen in den 70er-Jahren noch „Kunst kommt von Können“ zum Leitsatz. Dass der in „Nach-Beuys’schen“ Zeiten nicht mehr unbedingt Gültigkeit hat, mag man als zeitgemäß hinnehmen. Es muss aber erlaubt sein, die ausgestellten Exponate einmal an dem Können ihrer Schöpfer zu messen. Auffällig in diesem Sinne natürlich die großformatigen, hyperrealistisch-perfekten Akte von Mariola Bogacki. Sie schwelgt gekonnt in Faltenwürfen, Putzstrukturen und samtigen Hauttönen, aber es fehlt ein wenig am Menschlichen, man könnte auch sagen an erotischer Ausstrahlung. Beim Stöbern im Internet finden wir allerdings heraus, dass die Gemälde aus ihrer Symbolismus-Reihe stammen, daher diese Wirkung offensichtlich so beabsichtigt ist.
Herausragend auch – wie immer – Hans Bock mit seinen ebenfalls farbkräftigen Bildern , die collageartig Zeichenelemente integrieren und eine Bildspannung erzeugen, die den Betrachter lange verweilen lässt. Karin König zeigt in ihren Exponaten ihre ganz persönliche Entwicklung von einer dem Jugendstil verbundenen Batik zur Künstlerin mit graphischen, abstrakten und ethnologischen Bezügen. Bei ihr war übrigens das Entstehungsjahr der frühen Arbeit vermerkt, was man bei den meisten anderen Künstlern leider vermisste – auch wenn es zum großen Teil an den Arbeiten erkennbar war.
Ganz sicher werden wir diese interessante Ausstellung zur genaueren Betrachtung noch einmal besuchen und empfehlen sie auch unseren Lesern. Machen Sie sich ein eigenes Bild davon, wie unsere aktuelle Kunstszene in Worpswede beschaffen ist, vielleicht entdecken Sie ja genau Ihre Lieblingskünstlerin, Ihren Lieblingskünstler? Vielleicht kann man solch ähnliche Bilder auch günstig bekommen. Beispielsweise eignen sich die Kleinanzeigen bei anounz.de dafür sehr gut. Auch stehen verschiedene Plattformen für Kunst und Künstler zur Verfügung.

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Datum: Dienstag, 9. März 2010
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