Kunst im Kubus

Kunst kann auch auf kleinstem Raum Größe zeigen, das wollten die Initiatoren der aktuellen Ausstellung im Alten Rathaus von Worpswede demonstrieren. Am Anfang war die Idee, Kunst als transportables Objekt in den öffentlichen Raum zu bringen. Acrylwürfel, deren Inneres von Künstlern gestaltet wurde, sollten an allen möglichen öffentlichen Orten wie Verwaltungen, Banken, aber auch in der Gastronomie präsentiert werden. Einen wichtigen Schritt auf diesem Weg haben die Künstlerinnen Sabine Böhme, Inge Demin, Elisabeth Bohlen, Barbara Heine-Vollberg, Ingrid Holm und der Künstler Frank-Martin Stahlberg inzwischen vollzogen.
Sie stellen gemeinsam in 12 Acrylwürfeln auf rustikalen Stahlgestellen sehr unterschiedliche Werke aus. Thema war bei allen „KunsTRaum“, wobei das T beiden Wörtern zugeordnet ist – Traum auf kleinem Raum. Die Künstler/innen nähern sich dem Thema auf sehr differenzierte Art und Weise, sowohl was die Gestaltungsmittel angeht, als auch die inhaltliche Umsetzung.

Frank-Martin Stahlberg setzt eine realistische Frauengestalt zusammengekrümmt in einen düsteren Raum, dessen Wände innen und außen ihre Träume – teils hoffnungsvoll, teils düster – widerspiegeln.

Ingrid Holm lässt zwei Keramikfiguren über Spiegel Kontakt zueinander aufnehmen, während sie sich die Rücken zukehren. Unfähigkeit zur Kommunikation? Angst vor dem direkten Gegenüber?

Sabine Böhme konstruierte eine Pyramide mit der Abbildung eines leeren, toten Planeten, auf dem Scherenschnittmenschen umherirren, wanken, rennen. Endzeit?
Die Ausstellung bietet viele Denkanstöße, bildnerisch wie inhaltlich, und lohnt den Besuch auf jeden Fall.


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Datum: Donnerstag, 11. November 2010
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