Müssen Künstler staatlich alimentiert werden?

Ein Beitrag von Alice Les Landes auf Facebook lässt den Eindruck entstehen, die Gesellschaft müsse jedem Künstler den existenziellen Freiraum für sein künstlerisches Schaffen bieten. Künstler als Beamte? Wer Facebook-Mitglied ist, sollte mal den Beitrag suchen. Hier ist jedenfalls schon mal mein Kommentar dazu:

Auch wenn ich den Brief von Frau Les Landes inhaltlich nicht teile und er mir schon gar nicht gefällt, möchte ich ihn auf https://www.facebook.com/WorpswedeBlog teilen. Warum?
Sie spricht einige Wahrheiten an, verfällt aber in der Gesamtheit in ein fürchterliches Gejammer. Die Diskussion darüber, ob sich eine Gesellschaft Kunst leisten muss und kann, ist schon alt, so alt wie die Kunst. Nicht umsonst heißt es ja doppeldeutig „Bildende Kunst“, da sie die Menschen bilden und ihnen Perspektiven aufzeigen soll. Es wird wohl niemand die Bedeutung von Kunst in Frage stellen wollen. Doch wie weit soll staatliche Förderung von Kunst gehen, etwa bis zur verbeamteten Alimentierung der Kunstschaffenden? Ein Autor, dessen Werk niemanden interessiert, hat er den Anspruch darauf, dass der Staat sein Buch druckt und z.B. in öffentliche Bibliotheken stellt? Ein Musiker, den niemand hören möchte, soll der im öffentlich-rechtlichen Rundfunk „zwangsgespielt“ werden, damit er Tantiemen erhält? Es gab Zeiten, in denen hielten sich Herrscher „ihre“ Künstler und Hofnarren. Sie hatten gefällig zu sein, um überleben zu können. Wollen Sie so etwas, Frau Les Landes?
Besonders gefallen hat mir der Satz zur Sonderausstellung: „Gut, ich wurde nicht einmal gefragt.“ Jeder Freiberufler, jeder künstlerisch frei schaffender Mensch muss sein Werk anbieten wie ein Produzent banaler Waren. Marketing gehört zum schöpferischen Tun dazu und das ist nicht neu! Es gibt entsprechende Literatur und Kurse. Sich aktiv einbringen, Arbeit für die Gemeinschaft übernehmen, das gehört auch dazu. Als Ehemann einer Kunsthandwerkerin aus dem „Klüngel“ bin ich übrigens ziemlich erbost über Ihre Äußerung. Die ehrenamtliche Arbeit für den nächsten Kunsthandwerkermarkt beginnt recht bald nach dem Abräumen der Stände des abgelaufenen Marktes. Und der „Klüngelkreis“ wird immer kleiner, weil sich kaum Leute finden, die die Arbeit machen wollen.
Tatsächlich ist es unglaublich, dass eine Allerweltsgestaltung wie die unserer Bergstraße urheberrechtlich geschützt werden kann. Was uns die Film-Biennale gebracht hat, konnte uns bisher auch kein Politiker näher erläutern.
Vielleicht gibt es ja Kommentare im worpswede-blog , die Diskussion ist eröffnet!

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Datum: Donnerstag, 20. März 2014
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