WO^W = Worpswede oder was?

WO^W (gesprochen: WAU) wird es bringen. Abkürzungen sind echt geil und WO^W ist doch wirklich voll krass, oder? Oder sind wir nun endlich auf den Wauwau gekommen im Weltdorf? Wie so oft im Leben: Die Zeit wird es uns zeigen.
Kommt jetzt die junge WO^W Generation scharenweise oder lacht uns die „Best-ager-Gerneration“ (früher Senioren genannt) aus? Unbestritten ist sicher, dass Worpswede ein Leitsystem braucht. Hier ein grünes Schildchen, dort ein weißes, an anderer Stelle ein blinkender Pfeil (grauenhafter Hinweis auf ein Hotel!), das ist stillos und verwirrend. Eine einheitliche Ausschilderung zu den Museen, Ateliers und Werkstätten ist dringend nötig. Auch ein verbindliches Logo und eine charakteristische Gestaltung von Prospekten, Plakaten, Eintrittskarten sorgen für eine bessere Wiedererkennung, geben der Marke „Worpswede“ ein Markenzeichen.


Um mehr zu erfahren, haben wir uns also am Samstag, 12.11.11 auf den Weg gemacht ins Philine-Vogeler-Haus. Dort wurde die Entwicklung des Logos und des dazugehörigen Konzepts ausführlich erläutert, sowohl von unserem Bürgermeister Stefan Schwenke als auch von dem verantwortlichen Kreativen, Björn Voigt von der Bremer Agentur „Gruppe für Gestaltung“. Die Schritte bis zur Entstehung des WO^W wurden überzeugend dargestellt. Der Kreis des O symbolisiert Stille und Geschlossenheit, das Dreieck dahinter steht gemeinhin für Dynamik und Entwicklung. Beides in einem Logo zu vereinen erschien logisch. Nun muss man wissen, dass es mit zu den schwersten Aufgaben eines Gestalters gehört, ein Logo zu entwerfen. Einmal, weil es schon Millionen davon gibt und ein Plagiat natürlich tabu ist. Ein Logo soll auf kleinstem Raum den größtmöglichen Nutzen, das heißt Wiedererkennungswert, bringen. Zugleich soll es in seiner Gestaltung überzeugen und möglichst universell einsetzbar sein. Diese Aufgaben hat die Agentur bestens bewältigt. Die Farbgebung, die auch später einen großen Teil der Plakate dominieren soll, ist gelungen: eine frische, moderne und zugleich angenehme Farbe, die auffällt, aber nicht kreischend ins Auge fällt. Auf den Plakaten, Flyern usw. wird auch immer wieder das dynamische Dreieck aufgegriffen. Hier wird eine Vereinheitlichung geschaffen, die dringend notwendig ist und endlich ein Ende mit dem vielen „Selbstgestrickten“ macht. Eine Anregung: Man sollte vielleicht allen Kreativen, Künstlern und Kunsthandwerkern die Farbpalette zur Verfügung stellen, damit auch Selbstgestricktes in das Gesamtkonzept eingebunden wird.
Zurück zum Logo. Farbe und Gestaltung überzeugen, keine Frage. Wenn nun alle Betrachter das WO^W als Synonym für Worpswede erkennen würden, wäre das sicher optimal. Unser Problem ist die Nähe zum Effekt haschenden „WOW!!!“. Das klingt leider wie „Geiz ist geil“, oberflächlich, krampfhaft jugendsprachlich, sehr vergänglich, wenig dörflich. Wenn große Unternehmen ein Produkt oder einen Namen auf den Markt bringen, starten sie eine Marketingaktion. Logo oder Name werden hunderten von Menschen vorgelegt. Assoziationen werden abgefragt, Emotionen, Wirkungen. Hätte man das in einem begrenzten Rahmen eventuell auch in Worpswede bewerkstelligen können?

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Datum: Samstag, 12. November 2011
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